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Ingwersahne und Karottenstroh: 5. spätsommerliches Menü in der JVA Leipzig

08.10.2019 CJD Sachsen « zur Übersicht

Am 26. September lud die JVA Leipzig und das Projekt „Angekocht“ Partner und Förderer des Projektes zum alljährlichen Spätsommermenü ein.

Die Tische waren herbstlich dekoriert, die Menükarten lagen für jeden Gast bereit und die Aufregung der Azubis vor dem großen Event lag in der Luft. Sie kochten zum ersten Mal für Gäste. Ein großes Lob an Ausbilder und angehende Köche, denn das gemeinsame Vorbereiten der Speisen, das Servieren und Abräumen klappte wie am Schnürchen.

Den kulinarischen Knaller gab es gleich am Anfang: Karottenstroh und Ingwersahne schwammen luftig leicht auf einer sehr gut abgestimmten Kürbis-Chili-Suppe. Die Schärfe war angenehm, die Konsistenz der Suppe gerade richtig und das Karottenstroh fand unter den Gästen verdient jede Menge Fans. Die Ingwersahne rundete das Ganze fein ab. Der Hauptgang „Ragout vom Kalb an Pilzrisotto mit buntem Pariser Gemüse“ war lecker, weil das Risotto schön schlozig und das Gemüse mit feinem Buttergeschmack knackig war. Das Kalbsragout war zart und aromatisch. Zum Schluss gab es süß-säuerliche Variationen von Créme an Gebäck mit Beerenarrangement. Bekanntlich isst das Auge mit – auch hier hat sich die Mühe gelohnt: Wirklich alle Gänge waren sehr schön angerichtet.

Während die Gäste miteinander ins Gespräch kamen, wirbelten die Azubis mit dem schon seit Jahren aufeinander eingespielten Ausbilderteam Christian Schlichter und Thomas Seiferlin durch die Küche. Seit 2006 arbeitet das CJD Sachsen mit dem Ausbildungsprojekt „Angekocht“ in der JVA Leipzig für junge Männer, die innerhalb von zwei Jahren möglichst viele Module aus der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch“ erfolgreich absolvieren sollen. Zwei Ausbilder, ein Sozialpädagoge und JVA-Mitarbeitende arbeiten gemeinsam mit den Auszubildenden der Lehrküche intensiv daran, dass sie nach der Zeit im Gefängnis mit der Ausbildung zum Koch weitermachen oder – je nach Qualifizierungsstand - eine IHK Prüfung ablegen, die ihnen den Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestätigt.

Da es wenigen Menschen nach ihrer Haft gelingt, nahtlos ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis zu beginnen, ist eine Qualifizierung während der Haft eine wichtige Voraussetzung, um beruflich und privat wieder Fuß zu fassen und eine straffreie Zukunft zu leben. Das Projekt „Angekocht“ wird vom Europäischen Sozialfond und dem Freistaat Sachsen gefördert und basiert auf der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Europa zur Förderung von aus dem Europäischen Sozialfond im Förderzeitraum 2014 bis 2020 mitfinanzierten Projekten der Qualifizierung von Gefangenen (ESF-Richtlinie Qualifizierung Gefangener 2014 – 2020) vom 14. August 2014.

Das Spätsommermenü 2019 durften hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende genießen, die für die JVA Leipzig bzw. für das Projekt arbeiten, es fördern und/oder unterstützen:

  • Sächsisches Justizministerium,
  • DEHOGA Sachsen Regionalverband Leipzig e.V.,
  • IHK Leipzig,
  • FZG Fortbildungszentrum Gastgewerbe GmbH,
  • Sachsenpark-Hotel,
  • BFW Leipzig Berufsförderungswerk,
  • Schule Berufliches Schulzentrum der Stadt Leipzig,
  • Arbeitskreis Resozialisierung Leipzig e.V.,
  • evangelischer und katholischer Seelsorger der JVA Leipzig mit Krankenhaus,
  • Leben ohne Fesseln e.V.,
  • Verschiedene Abteilungen der JVA Leipzig mit Krankenhaus,
  • CJD Sachsen